Sie lieben alles, was mit Technik zu tun hat? Sie schrauben stundenlang an ihrem Traumauto herum oder beschäftigen sich auch in der Freizeit am liebsten mit ihrem PC? Keine Seltenheit in der heutigen Zeit. Die Beschäftigung mit technischen Inhalten kann durchaus ein sehr beruhigendes und ausfüllendes Hobby werden. Die Gefahr dabei ist nur, dass man den Bezug zur Natur verliert. Man darf nicht vergessen: Alle genialen technischen Raffinessen kommen doch nicht an die Vorbilder in der Natur heran, kein Computer ist so flexibel wie das menschliche Gehirn, kein Gerät so beweglich, geschmeidig und schnell wie ein Tier. Die hochkompliziertesten Flugzeuge kommen doch nie an die Perfektion eines kleinen Vögelchens heran. Das bedeutet, wir laufen mit unserer Technologie doch immer nur der Natur hinterher. Das muss man bei seiner Technikliebe immer im Hinterkopf behalten. Die besten Erfindungen wurden von der Natur abgeschaut, man denke nur an den Lotuseffekt verschiedener Oberflächen, den es in der Natur schon immer gab.

Die freiwillige Beschäftigung mit technischen Dingen kommt auch daher, dass der Mensch sein Leben gerne mehr in den Griff bekommen möchte. Technische Dinge lassen sich mit den nötigen Kenntnissen so formen und gestalten, dass der Mensch die bestimmende Kraft ist. In der Natur ist dies nicht so. Wir sind der natur immer noch sehr ausgeliefert. Allein das Wetter kann unser gesamtes System zum Zusammenbrechen bringen. Das einzige Mittel, der scheinbar unberechenbaren Natur Herr zu werden, ist die Technik. Mithilfe von technischen Instrumenten können die Vorgänge in der Natur, beispielweise Hurricans berechnet und erforscht werden. Langfristig schaffen wir es durch technische Errungenschaften uns vor der Zerstörung durch Naturgewalten zu schützen. Kein Wunder also, dass für viele Zeitgenossen technische Geräte etwas sehr angenehmes und beruhigendes darstellen und keineswegs etwas Negatives. Wenn wir uns einmal klar machen, dass die Technik tagtäglich Leben rettet, da sie in der Medizin schon so perfekt ausgereift ist, dass in Sekundenschnelle eingegriffen werden kann, müssen wir anerkennen: Ein Zurück zur Natur nach Rousseau kann nicht mehr unser Ziel sein, vielmehr ist ein Einklang zwischen Natur und Technik gefragt.

Die Technik zu verteufeln, wie es von vielen Ökologen und Bio-Fanatikern gefordert wird, ist letztendlich menschenfeindlich. Der Mensch hat sich nicht der Technik bedient, um die Natur zu besiegen und sie auszubeuten, sondern um sich selbst als Mängelwesen in der wilden Natur weiterzuhelfen. Alle Technik zielt auf eine Erleichterung des Lebens ab und überschreitet Grenzen, die wir aufgrund unserer Körperlichkeit haben. Da wir körperlich nicht immer dort sein können, wo die Menschen sind, mit denen wir gerade reden möchten, benutzen wir die Technik, um zu telefonieren und Emails zu schicken. Die Vorteile der Technik zielen immer auf Humanes ab, richten sich aber niemals absichtlich gegen die Natur. Wir müssen in diesem Jahrtausend nur lernen, die Technik so zu nutzen und zu gestalten, dass die Natur dabei nicht mehr zu Schaden kommt. Wir müssen uns unser menschliches Leben auf der Erde so gestalten, wie in einem idealen Garten. Alles muss so arrangiert werden, dass wertvolle Pflanzen gedeihen können und negative Einflüsse eingedämmt werden.